Category Archives: auf Deutsch

Ohrwärmer?

die Ohren auf Durchzug stellen / schalten

„umgangssprachlich; In diesem scherzhaften Sinnbild werden die Ohren als mit Klappen versehen gedacht. Sind diese geöffnet, dann wird das Gesagte nicht aufgenommen, sondern zieht wie ein Windstoß in das eine Ohr herein und zum anderen heraus. Das gleiche Bild finden wir auch in der älteren Redensart “etwas geht zum einen Ohr rein und zum anderen Ohr wieder raus“. Die heute nicht mehr gebräuchliche Variante “die Ohren auf Durchfahrt stellen” ist seit etwa 1930 gebräuchlich (Röhrich: Lexikon der sprichwörtlichen Redensarten) und assoziiert den am Bahnhof vorbeifahrenden Zug“.

Weil das Wetter jetzt so kalt ist, kümmern wir uns allen um die Heizung und die Fenster, um den kalten Wind eines Durchzugs vollends draußen anzuhalten. Aber es scheint, dass wir genauso „taub“ wie „tauen“ werden, ob wir nicht über die optimale Stellung der Ohren nachdenken.

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Ex it Aus

Die Präfixe »aus-« und »ein-« und ihre Kognaten ex- und im- sind oftmals Gegenteile. Zum Beispiel:

expression – »der Ausdruck«      impression – »der Eindruck«

export – »das Ausführen«     import – »das Einführen«

Es gibt andere Wörter mit derselben Präfixen, wodurch man die Beziehung zwischen den zweiten Sprachen spürbar ist:

exclamation mark/point – »das Ausrufezeichen«

extinction – »das Aussterben«

imbibe – »einsaugen«

implant – »einsetzen«

Aber es gibt auch Wörter, die sich entweder mit »ein-« oder mit »aus-« übersetzen lassen. Zum Beispiel:

implement – »ausführen« und »einführen«

exchange – »eintauschen« und »austauschen«

Tagein, tagaus lernt man etwas oder wird kraus!

 

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Ein Heer von fruchtige Kraft?

Herkules, Herakles oder Hercules. Wenn es um Kraft geht, dann ist er genau der Richtige. Oder so geht die Legende.

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Innocent spielt mit diesem Mythos, um mehr Smoothies zu verkaufen: Wer Kraft sucht, sollte einen „Beercules“ Smoothie nehmen. Weil beer häufiger im Rahmen Werbung meiner Erfahrung nach als das deutsche Wort „Beer(e)“ ist, brauche ich Kraft, nämlich sprachliche Kraft, um dieses Wortspiel zu verstehen. Beer /bɪr (US)/ und „Beer(e)“ /ˈbe:r(ə)/ sind nicht gleich ausgesprochen, und nur das zweite klingt ungefähr wie Herkules /ˈhɛrkulɛs/. 

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Sich zu vornehm für vorhaben?

Gestern fragte mich eine Frau, wie man die Wörter „vorhaben“ und „vornehmen“ unterscheidet. Ich reagierte intuitiv, dass wenn man etwas „vornähme“, braucht man ein bisschen mehr Zeit oder Mühe dieses zu erledigen. Meine Gefühl war, dass „vornehmen“ auch etwas vornehmer war und deswegen würde man das Wort nicht verwenden, wenn die Pläne banal oder alltäglich waren (z.B. ins Kino zu gehen). Aber ich fühlte mich sicher, dass ich recht hatte.

Online fand ich Johann August Eberhards Synonymisches Handwörterbuch der deutschen Sprache und dazu dieser Eintrag (sich) entschliessen, (sich) vornehmen, (sich) vorsetzen, vorhaben. Weil das Buch 1910 veröffentlich war, ist es eher altmodisch. Dennoch hat Eberhard eine weitgehend ähnliche Meinung:

»Sich vornehmen und vorsetzen…liegen also im allgemeinen dem Ziele ferner als vorhaben

Nach einer weiteren Suche fand ich dieses Onlineforum:

Der Unterschied liegt zuerst mal in der Aktionsart, ungeachtet aller sonstigen, situationsabhängigen Konnotationen.

sich etwas vornehmen ist inchoativ, etwas vorhaben durativ.

ion1122 hat das durch die unterschieliche Tempuswahl im OP schon ausgedrückt (nämlich 1. Ich habe vor, dass morgen zu tun. 2. Ich habe mir vorgenommen, das morgen zu tun.):

Zuerst nehme ich mir etwas vor, dann habe ich es vor.

Es kommt also darauf an, welchen Aspekt ich hervorheben möchte.

Laut Duden.de bedeutet „inchoativ“ einen Beginn ausdrückend und „durativ“ andauernd, anhaltend. Ob dieser grammatikalische Unterschied übereinstimmend mit meiner Idee und dessen Herr Eberhard ist, weiß ich nicht genau. Was ich sagen kann ist, dass ich mir mehr über die Aktionsarten der Verben zu lernen vorgenommen habe.

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Dem Backen nicht trauen

»Sie betrat den zweiten Stock. Abteilung Sommer- und Backfischkleider…«

S. 108 Als ich ein kleiner Junge war, von Erich Kästner

Warum brauchen „Backfische“ Kleider? Könnten sie treppauf gehen, um diese Abteilung zu besuchen? Und gibt es einen Grund, dass diese Abteilung sich neben den Sommerkleider befindet? Das war mir ein großes Rätsel. Ich ging ins Internet, aber dort fand ich nur alte Bilder, die Frauenkleider aus der Zwanziger- und Dreißigerjahre zeigten. Die Kleider hatten kein Fischmuster und ähnelten sich nicht Fischen im Aussehen. Es blieb mir ein Rätsel. Übrigens musste ich Google versichern, dass ich nach „Backfischkleider“ und nicht nach „Backfisch Bilder“ suchte. Ach so! Auf der dritten Seite fiel mir plötzlich ein, dass das Wort „Backfischkleider“ zusammengesetzt war.

Das Wort „Backfisch“ so Retropedia ist veraltend und bedeutet ein Mädchen im Alter zwischen 14 und 17. Was interessierte mich auch war, dass „Backfisch“ in dem 16. Jahrhundert ein „unreifer Student“ beschrieb. Vielleicht verwandt das Bakkalaureat mit dem Bacalao/Bacalhau (Klippfisch)?

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Witze als Bräuche und Sitte

Am 24 September gehen die Deutsch wählen. Überall stehen Wahlplakate. Wenn eine Ausländer wie ich die Plakate mustere, bringen die mir die deutsche Sprache und Kultur näher. Zum Beispiel:

       KinderArmut

Als man das Wort „Kinder“ las, kam man vielleicht das verbundene Wort „klein“ auf. Und kurz danach steht genau dieses Wort als Teil des Ausdrucks „kleinreden“. Las man ein bisschen weiter und begegnete man dem Begriff „groß bekämpfen”. Das Vergleich von Kinder und Erwachsene, von klein und groß, von ignorieren (kleinreden) und sich engagieren (groß bekämpfen), erweckt einen lebendigen und bewegenden Eindruck.

Dass gleichzeitig das Plakat aus etwas witzig wie ein Wortspiel entsteht und ernst genommen möchte, sagt mir sehr viel über die deutsche Kultur. Meiner Meinung nach widerspricht es dem Vorurteil, dass die Deutsche ohne Humor sind.  In den USA sind Wahlplakate fast nie weder witzig noch clever.

Leider gibt es auch Plakate, die mit „Humor“ wirken wollen, denen alles andere als komisch sind. In der Tat scheinen diese den Weg zur Integration aller Fremden zu vermauern. Zum Beispiel:

afd-plakat-neue_deutsche-700x467

Weil sie Hass mit Humor vermischen, erschienen Reaktionen gegen diese Wahlplakate der AfD. Eine Aktion heißt TfD („Travestie für Deutschland“) und entwarf Sprüchen wie, „Lieber Seide und Brokat als dumme Nazis im Senat“ und „Populisten sind so Berlin, 1945“.   Vielleicht ist das der vollkommene Beweis des deutschen Humors, sie streiten sich mit Witze.

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Auf eine Miene treten?

Stellt Euch vor, ich streite mit eine Deutsche! Worüber? Deutsch, natürlich. Ich meinte, dass „die Miene“ ein Wort ist. Sie stimmte nicht zu. Ich war verwirrt. War das Wort nur selten verwendet? Aber so DWDS.de ist dieses Wort kein Seltenes.

Trotzdem kannte diese Frau nur „die Mine“, buchstabiert ohne die zweite „e“. Vielleicht kam es ihr seltsam vor, weil „die Mine“ selbst drei Bedeutungen hat.

1. Bergwerk
2. Sprengkörper
3. Füllung der Schreibstifte

Als ich für meine Position mit Ausdauer plädierte, setzte sie verschiedene Mienen auf. Dass sie diese Mienen zeigte, verriet leider kein Zeichen des Verständnis. Es blieb mir nichts anderes übrig, als aufzugeben. Ich machte das, ohne eine Miene zu verziehen, dass ich nicht lockerließ.

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Henkersmahl mit einem Laster geliefert?

Vor ein paar Jahren schrieb ich etwas über das Teekesselchen „der/das Laster“ und letzte Woche kam es gelegen. Ich ging ins Theater. Das Stück war eine Kriminal-Komödie, deswegen erwartete ich Wortspiele. Ich war nicht enttäuscht.

Eine Leiche eines Mannes lag auf dem Boden. Zwei Polizisten musterten die. Einer sage der andere »Vielleicht ist er an seinem Laster gestorben.« Der zweite Polizist runzelte die Stirn. Ein Lkw in einem Bürozimmer?!

Aber das war nicht nur ein Vergnügen, sonder auch eine Deutschstunde. Die Präposition an in Verbindung mit sterben verlangt den Dativ. Entgegen dem Nominativ und dem Akkusativ gibt es im Dativ keinen Unterschied zwischen den Wörtern der und das Laster. Die beiden sind von dem begleitet. Der Laster passt nicht dazu, aber dieses Wort ist viel häufiger als das Laster und deshalb fiel es dem Zuhörer zuerst ein. Tatsächlich hat der Mordopfer ein Laster, Weinbrand Bohnen, die jemand vergiftete. Also, er stirbt an seinem Laster!

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Gibt es sprachliche Aufstiege?

Gestern war und das Kennenlerngespräch und heute hospitiere ich bei Dialog in Deutsch. Hospitieren ist der erste Schritt zur Moderatorin.  Wünsche mir viel Glück – wie man so sagt „Aller Anfang ist schwer“. Erfreulicherweise sind die Mitglieder des Barmbek-Mittwochs-Teams sehr nett und ermutigend. Bessere Kumpel und Begleiter gibt es nicht!

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Affen, Narren, Hampelmänner, Deppen und Obst

Was scherzhaft gemeint ist, kann auch schmerzhaft sein; or when is a joke not funny, when it makes someone or something laughable — „lächerlich machen“ — rather than being humorous – „humorvoll, lustig or witzig“ — then it can be hurtful.

Sich zum »Etwas« machen – Affen, Narren, Hampelmann, Deppe, Obst
Literally to make a monkey, a jester, a jumping jack, a muppet or fruit of oneself

Diese Ausdruck-Familie gibt mir die Möglichkeit über die N-deklination (N-declension) zu diskutieren. „Der Affe“ (the monkey, the ape) und „der Narr“ (the jester) müssen, außer im Nominativ,  ein »n« oder »en« am Ende haben. Sie befinden sich in guter Gesellschaft mit „der Name,“ „der Löwe“ und „der Held“. Außer „das Herz“ (und seine Ableitungen) sind alle maskulin.

Kasus
Nominativ der Affe der Narr
Akkusativ den Affen den Narren
Dativ dem Affen dem Narren
Genitiv des Affen des Narren

Ein paar andere Beispiele sind:

  • der Franzose
  • der Herr
  • der Junge
  • der Mensch
  • der Nachbar
  • der Polizist
  • der Soldat
  • der Student

Fast alle sind wie oben, kein »s« am Ende im Genetiv. Die Ausnahmen sind:

  • der Fels
  • der Frieden
  • der Funke (im Sinne von „Schwung“ oder „Hoffnung“)
  • der Gedanke
  • der Glaube
  • der Name
  • der Same (im Sinne von „Einwohner“)
  • der Wille
Kasus
Nominativ der Fels der Name
Akkusativ den Felsen den Namen
Dativ dem Felsen dem Namen
Genitiv des Felsens des Namens

Laut canoo.net gibt es 225 solche Wörter, diese Acht und ihrer Ableitungen.

Ich hoffe, dass das hilfsbereit war, weil ich niemanden zum Narren halten oder einen Bären aufbinden möchte.

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