Category Archives: Daily Post

Dem Backen nicht trauen

»Sie betrat den zweiten Stock. Abteilung Sommer- und Backfischkleider…«

S. 108 Als ich ein kleiner Junge war, von Erich Kästner

Warum brauchen „Backfische“ Kleider? Könnten sie treppauf gehen, um diese Abteilung zu besuchen? Und gibt es einen Grund, dass diese Abteilung sich neben den Sommerkleider befindet? Das war mir ein großes Rätsel. Ich ging ins Internet, aber dort fand ich nur alte Bilder, die Frauenkleider aus der Zwanziger- und Dreißigerjahre zeigten. Die Kleider hatten kein Fischmuster und ähnelten sich nicht Fischen im Aussehen. Es blieb mir ein Rätsel. Übrigens musste ich Google versichern, dass ich nach „Backfischkleider“ und nicht nach „Backfisch Bilder“ suchte. Ach so! Auf der dritten Seite fiel mir plötzlich ein, dass das Wort „Backfischkleider“ zusammengesetzt war.

Das Wort „Backfisch“ so Retropedia ist veraltend und bedeutet ein Mädchen im Alter zwischen 14 und 17. Was interessierte mich auch war, dass „Backfisch“ in dem 16. Jahrhundert ein „unreifer Student“ beschrieb. Vielleicht verwandt das Bakkalaureat mit dem Bacalao/Bacalhau (Klippfisch)?

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Witze als Bräuche und Sitte

Am 24 September gehen die Deutsch wählen. Überall stehen Wahlplakate. Wenn eine Ausländer wie ich die Plakate mustere, bringen die mir die deutsche Sprache und Kultur näher. Zum Beispiel:

       KinderArmut

Als man das Wort „Kinder“ las, kam man vielleicht das verbundene Wort „klein“ auf. Und kurz danach steht genau dieses Wort als Teil des Ausdrucks „kleinreden“. Las man ein bisschen weiter und begegnete man dem Begriff „groß bekämpfen”. Das Vergleich von Kinder und Erwachsene, von klein und groß, von ignorieren (kleinreden) und sich engagieren (groß bekämpfen), erweckt einen lebendigen und bewegenden Eindruck.

Dass gleichzeitig das Plakat aus etwas witzig wie ein Wortspiel entsteht und ernst genommen möchte, sagt mir sehr viel über die deutsche Kultur. Meiner Meinung nach widerspricht es dem Vorurteil, dass die Deutsche ohne Humor sind.  In den USA sind Wahlplakate fast nie weder witzig noch clever.

Leider gibt es auch Plakate, die mit „Humor“ wirken wollen, denen alles andere als komisch sind. In der Tat scheinen diese den Weg zur Integration aller Fremden zu vermauern. Zum Beispiel:

afd-plakat-neue_deutsche-700x467

Weil sie Hass mit Humor vermischen, erschienen Reaktionen gegen diese Wahlplakate der AfD. Eine Aktion heißt TfD („Travestie für Deutschland“) und entwarf Sprüchen wie, „Lieber Seide und Brokat als dumme Nazis im Senat“ und „Populisten sind so Berlin, 1945“.   Vielleicht ist das der vollkommene Beweis des deutschen Humors, sie streiten sich mit Witze.

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Auf eine Miene treten?

Stellt Euch vor, ich streite mit eine Deutsche! Worüber? Deutsch, natürlich. Ich meinte, dass „die Miene“ ein Wort ist. Sie stimmte nicht zu. Ich war verwirrt. War das Wort nur selten verwendet? Aber so DWDS.de ist dieses Wort kein Seltenes.

Trotzdem kannte diese Frau nur „die Mine“, buchstabiert ohne die zweite „e“. Vielleicht kam es ihr seltsam vor, weil „die Mine“ selbst drei Bedeutungen hat.

1. Bergwerk
2. Sprengkörper
3. Füllung der Schreibstifte

Als ich für meine Position mit Ausdauer plädierte, setzte sie verschiedene Mienen auf. Dass sie diese Mienen zeigte, verriet leider kein Zeichen des Verständnis. Es blieb mir nichts anderes übrig, als aufzugeben. Ich machte das, ohne eine Miene zu verziehen, dass ich nicht lockerließ.

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Please be upstanding and raise your glasses to language

I can’t stand him.

Ich stehe auf ihn.

These two idioms using the word “stand” or stehen communicate very different feelings about another person. In the English case, if you can “stand” someone, then you can bear to be with her/him, although you probably aren’t particularly keen on this person. If you “can’t stand” someone, you really don’t like her/him and/or cannot bear to be with him/her. In the case of the German colloquial expression auf jemanden stehen, you are “keen on” someone or you “have a crush on” him/her, “a thing for” her/him, you are “into” him/her or you “fancy” her/him. In addition to sharing your likes or dislikes of other people, both expressions can also be used to describe feelings about the things you don’t much like (English) or like very much (German).

Both stehen and “stand” seem to be pretty productive. In German this productivity is found in the compound words made from stehen or its relatives. Standhalten — stand is a relative of stehen —  means that you can “bear up under the pressure” (den Druck standhalten), “hold your own” (wacker standhalten) or that your ideas can ”withstand” scrutiny (einer genauen Untersuchung standhalten). Stehen also appears in the prefixed verbs ausstehendurchstehen and überstehen, all of which have to do with “bearing, enduring, withstanding, weathering or surviving” something.

In the case of English, the productivity flows from collocations between “stand” and prepositions and the idiomatic uses of the verb. Thus, you are not likely to “stand up for” someone (einstehenentreten, verteidigen) you can’t stand, nor would you be willing to “stand” this person a drink (spendieren), you probably don’t like what they “stand for” (für etwas stehen) and there is quite possibly something that “stands between you” (≈dazwischenstehen), making it difficult for you to get along. And I must confess (gestehen) that I giggled at the possible confusion that might ensue from the sample usage given in the Cambridge dictionary’s definition of the idiom “to stand on ceremony” (to behave in a formal way) because the literal and figurative meanings of “stand” both appear to be relevant  — “Please sit down and make yourself comfortable, we don’t stand on ceremony here.” I guess they don’t want to leave their learners “upstanding.”

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Why it helps to know the local language – IV

While out for a jog a few weeks ago, I spotted a table and four chairs with a sign saying zu Verschenken (the expression used to indicate that someone is giving something away). Since I was not far from home, I picked up one chair and proceeded to run home with it. I then rushed back to stake claim to the rest of the set and found a woman and her daughter considering the remaining chairs and the table and discussing how they might get them home. This is where it helped to be able to speak German. I told them that I had already taken one chair and began to ask if they might at least allow me to take another one to make a pair when the woman completed my sentence by commenting on my being unable to manage to carry much at one time (she was quite tall, I am not). She said that they already had a similar set at home and didn’t really need this one. and then she and her daughter smiled and went on their way.

I took away two messages. First, don’t be afraid to ask, all someone can do is say “no.” And second, if you see a set of things left on the curb for anyone to take, first remove the item with the sign welcoming you to help yourself.

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Close encounters of the etymological kind

I talk a lot here about encountering new words and expressions in the course of learning German, but I hadn’t thought much about the English word “encounter” itself until starting to use the German word begegnen to describe my encounters with new words. According to Duden Online, the word begegnen has its origins in Old High German and is related to the word gegen – “against.” According to Google, the word “encounter” has its origins in the Latin word “contra.”  Both Gegen and “counter” can be used as prefixes with the meaning “against” as in words like “counterattack” – Gegenschlag – or “counterbalance” – Gegengewicht.

Imagining my encounters with German in terms of coming up “against” something has a certain amount of resonance for me. A German word, even when it has a nearly one-to-one correspondence to a word in English, can make me feel like I am swimming against the tide as I try to learn it. Happily, the satisfaction I get from learning something new nearly always “counteracts” this and gives me renewed energy for a “counteroffensive.”

 

 

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Henkersmahl mit einem Laster geliefert?

Vor ein paar Jahren schrieb ich etwas über das Teekesselchen „der/das Laster“ und letzte Woche kam es gelegen. Ich ging ins Theater. Das Stück war eine Kriminal-Komödie, deswegen erwartete ich Wortspiele. Ich war nicht enttäuscht.

Eine Leiche eines Mannes lag auf dem Boden. Zwei Polizisten musterten die. Einer sage der andere »Vielleicht ist er an seinem Laster gestorben.« Der zweite Polizist runzelte die Stirn. Ein Lkw in einem Bürozimmer?!

Aber das war nicht nur ein Vergnügen, sonder auch eine Deutschstunde. Die Präposition an in Verbindung mit sterben verlangt den Dativ. Entgegen dem Nominativ und dem Akkusativ gibt es im Dativ keinen Unterschied zwischen den Wörtern der und das Laster. Die beiden sind von dem begleitet. Der Laster passt nicht dazu, aber dieses Wort ist viel häufiger als das Laster und deshalb fiel es dem Zuhörer zuerst ein. Tatsächlich hat der Mordopfer ein Laster, Weinbrand Bohnen, die jemand vergiftete. Also, er stirbt an seinem Laster!

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A is for a-larm clock

Was macht die Alarm Clock? Die macht “a” Lärm, natürlich! What does the «Wecker» do? It makes noise, of course!

Das war der Gedanke, als ich heute morgen aus einem unruhigen Schlaf erwachte. Die Herkunft stimmt nicht, dennoch ist es eine gute Eselsbrücke.

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Extra, extra, read all about it

Walking by a local branch of Heymann, I noticed this book about Adele:

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While I am an Adele fan, it was the subtitle that caught my eye — Eine außergewöhnliche Karriere — for the word außergewöhnlich, which I would translate as “extraordinary” in this context (although dict.cc offers “strange” as the top translation by a substantial margin). “Extraordinary” as in “out of the ordinary” just as an “extraterrestrial” — Außerirdischer is “out of this world.” As a prefix “extra-” comes from the Latin extra meaning “outside” and has taken on the additional meaning of “beyond” over time.

The pronunciation of “extraordinary” is in itself somewhat remarkable. Pons.eu gives these two options: /ɪkˈstrɔ:dənəri, Am -ˈstrɔ:rdəneri/. What you should note is that, in contrast with extraterrestrial /ekstrətəˈrestriəl/, there is glottal stop or pause before the /s/ sound, separating the prefix into two parts.

“Extra” and extra can also be stand-alone words. According to Google, there are 10 meanings for the noun form, 2 for the adjective form and 2 for the adverb form of the word “extra” in English. According to Pons.eu, in German extra has 5 meanings as an adverb and 1 as a noun. The way I first learned one of the German meanings for this word was from Extr@ the soap opera “especially for” (extra) language learners that tells the story of Sascha and Anna, their neighbor Nic and Sascha’s pen pal from the US, Sam. The other word from this series that stuck with me is der Tierpräparator — “the taxidermist” — a job that is rather out of the ordinary and thus a word that is relatively useless in everyday conversation, except perhaps to show off that you have been watching Extr@.

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Affen, Narren, Hampelmänner, Deppen und Obst

Was scherzhaft gemeint ist, kann auch schmerzhaft sein; or when is a joke not funny, when it makes someone or something laughable — „lächerlich machen“ — rather than being humorous – „humorvoll, lustig or witzig“ — then it can be hurtful.

Sich zum »Etwas« machen – Affen, Narren, Hampelmann, Deppe, Obst
Literally to make a monkey, a jester, a jumping jack, a muppet or fruit of oneself

Diese Ausdruck-Familie gibt mir die Möglichkeit über die N-deklination (N-declension) zu diskutieren. „Der Affe“ (the monkey, the ape) und „der Narr“ (the jester) müssen, außer im Nominativ,  ein »n« oder »en« am Ende haben. Sie befinden sich in guter Gesellschaft mit „der Name,“ „der Löwe“ und „der Held“. Außer „das Herz“ (und seine Ableitungen) sind alle maskulin.

Kasus
Nominativ der Affe der Narr
Akkusativ den Affen den Narren
Dativ dem Affen dem Narren
Genitiv des Affen des Narren

Ein paar andere Beispiele sind:

  • der Franzose
  • der Herr
  • der Junge
  • der Mensch
  • der Nachbar
  • der Polizist
  • der Soldat
  • der Student

Fast alle sind wie oben, kein »s« am Ende im Genetiv. Die Ausnahmen sind:

  • der Fels
  • der Frieden
  • der Funke (im Sinne von „Schwung“ oder „Hoffnung“)
  • der Gedanke
  • der Glaube
  • der Name
  • der Same (im Sinne von „Einwohner“)
  • der Wille
Kasus
Nominativ der Fels der Name
Akkusativ den Felsen den Namen
Dativ dem Felsen dem Namen
Genitiv des Felsens des Namens

Laut canoo.net gibt es 225 solche Wörter, diese Acht und ihrer Ableitungen.

Ich hoffe, dass das hilfsbereit war, weil ich niemanden zum Narren halten oder einen Bären aufbinden möchte.

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