Tag Archives: Herkunft

Anlass zu Patsch geben?

Neulich machte ich die Bekanntschaft die Wörter „Tollpatsch“ und „tollpatschig“. Ich dachte, dass die etwas mit „toll“ zu tun hatten. Aber ganz im Gegenteil beschreiben sie ein ungeschickter und ungelenkter Mensch, der sich dumpf, plump und stumpf benimmt. Überraschenderweise stammen sie aus Ungarn und der Zeit des Habsburgerreiches. Laut dwds.de, der Tollpatsch ist ein :

‘ungeschickter, täppischer Mensch’. Zuerst Tolbatz (obd. um 1700) ‘ungarischer Fußsoldat’ (der anstelle der Schuhe breite, mit Schnüren befestigte Sohlen trug), entlehnt aus ungar. talpas ‘breitsohlig, groß-, breitfüßig’, hier in seiner scherzhaften (heute veralteten) Substantivierung ‘Fußsoldat’, auch ‘Bär’ (abgeleitet von ungar. talp ‘Sohle, Tatze’). Danach (18. Jh.) steht der Ausdruck im Obd. als Schelte für einen Soldaten des österreichisch-ungarischen Heeres, der nur unbeholfen deutsch spricht; er entwickelt (Ende 18. Jh.) mit seiner Verbreitung im übrigen Sprachgebiet (vielleicht unter Einfluß von ↗Tölpel und ↗patschen, s. d.) den oben genannten Sinn.

Als ich die Herkunft des Wortes erfuhr, dachte ich, dass ich mehr über dieses Wort wissen mochte und auch ein paar seine Kumpel kennenlernen. Also auf geht’s!

2008 erwies dem Wort »der Tollpatsch« die Ehre des schönsten einwanderten Wortes Deutschlands. So ein Mitglied der Jury, „..sieht man seine ungarische Herkunft kaum noch an: „Ein sehr gutes Beispiel für eine gelungene Integration“, findet Katharina von Ruckteschell, Leiterin der Sprachabteilung des Goethe-Instituts. „Talpasç nannte man im Ungarischen einst scherzhaft die Infanteriesoldaten, die „breitfüßig“, also schwerfällig des Weges kamen.“ Also wie ein Elefant im Porzellanladen, eine Redewendung, der bildhaft die Idee ungeschickt zu sein ausdrückt. Obwohl ich diesen interessanten Artikel fand, war meine Suche jedoch ziemlich „tollpatschig“ und anstrengend. Dann erinnerte ich an die Gebrauchsanweisung »Savvy Web Surfing«, die ich 2003 erstellte. Logo! Ich muss einen Boole’scher Operator und ein Schlüsselwort anwenden: [site:dwds.de ungarisch]. Danach erbeutete ich einige Wörter mit solcher Herkunft. Ein paar bringe ich ans Tageslicht.

  • »die Kandare« (bit – for a horse) ein Zeug aus Metall, dass in den Mund eines Pferdes angezogen wird, damit das Pferd zahm und gefügig gewesen wird. Man kann auch »jemanden an die Kandare nehmen«, anders ausgedrückt, jemanden streng unter Kontrolle halten.

Laut dwds.de  ist die Herkunft »Kandare« eine

Entlehnung (Kantare, 16. Jh.) aus ungar. kantár ‘Zaum, Tragnetz’, wahrscheinlich turksprachlichen Ursprungs, vgl. türk. kantarma ‘Zügel, Zaum, Halfter’. Auch in der Redensart an die Kandare nehmen‘ scharf zügeln, in der Freiheit einschränken, streng behandeln’ (um 1900).

  •  »der Dolmetscher« (interpreter) jemand der zwischen zwei Menschen steht, um das Gespräch verständlich in zwei verschiedenen Sprachen zu machen. Übersetzer, Interpreter oder Sprachmittler.

Laut de.wikipedia.org

Dolmetscher ist eines der wenigen ungarischen Lehnwörter im Deutschen (tolmács). Das Ungarische selbst hat das Wort aus dem Türkischen entlehnt (dilmaç, heute jedoch tercüman).[1] Vergleichbare Wortformen zeigen das Slowenische (tolmač),  Serbische/Kroatische/Bosnische (тумач/tumač), das Polnische (tłumacz), das Tschechische (tlumočník), Ukrainische (тлумач oder auch товкмач) und das Russische (толмач) sowie auch das Rumänische (tălmaci).

Und zu guter Letzt ein allgemein bekanntes Wort

  • »der/das Gulasch« (goulash) ein Gericht aus Fleisch, dass durch Paprikapulver scharf schmeckt.

Es gibt auch »die Gulaschkanone« – die Feldküche – und »Gulaschkommunismus« – „Kommunismus, der nur auf die Befriedigung materieller Bedürfnisse, auf die Hebung des Lebensstandards, nicht aber auf gesellschaftliche Veränderungen abzielt“ (dwds.de).

Guten Appetit beim weiterlesen!

 

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Her und hin und nichts gefunden

Ich mochte etwas über die Herkunft das Wort „Herkunft“ schreiben, weil ich bemerkte, dass es ein bisschen wie das Wort heritage klingt. Aber leider konnte ich nichts finden, weder Online noch im Bücherregal. Laut die Wortbildunganalyse von canoo.net stammt das Wort aus „herkommen“. Obwohl das interessant ist, half es mir nicht. Warum? Die Herkunft von „herkommen“ konnte ich auch nicht entdecken. Schade, dass ich nicht nur »komm hierher,  bitte« sagen könnte, und würde mir alles klar.

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Something wickedly clever this way slinks

Shouldn’t Schlauch and schlau be related? And indeed it turns out that, as unlikely as it first seems, according to Duden online, both der Schlauch – “the hose” – and schlau – “smart” or “shrewd” – are related to schlüpfen – “to slip” or “to hatch” or “to emerge.” The specific forms appear have different origins, however. Der Schlauch comes from Middle High German and is related to die Hülle – which seems to make the most sense translated as “the hull” or “the shell” – and schlau comes from Low German and is related to schleichend –  the past participle of “to prowl” or “to slink” or “to crawl” and also, as an adjective, “insidious.” Who knows, this latter relationship might have a role to play in the phrase auf leisen Sohlen schleichend – “sure-footed?!”

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Buchstabenspiele im Plural

Am Mittwoch haben wir über diese vier Wörter geredet, weil sie ähnlich klingeln:

»das Stadium« – state or stage (e.g., of a medical condition)
»das Stadion« – stadium
»das Studium« – studies or course of study
»die Station« – hospital ward or station (bus, train)

»Das Stadium« ist ein falscher Freund mit dem englischen Wort stadium (auf Deutsch »das Stadion«). Es stammt von Lateinisch und Griechisch. Seine Pluralform ist »die Stadien.« Über »das Stadion« hat Duden geschrieben: »griechisch stádion = Rennbahn, Laufbahn, eigentlich = ein Längenmaß (zwischen 179 m und 213 m); Rennbahn; ursprüngliche Bezeichnung für die 1 stádion lange Rennbahn im altgriechischen Olympia.« Seine Pluralform ist auch »die Stadien.« Das dritte, »das Studium,« stammt von Lateinisch und seine Pluralform ist »die Studien.« Schließlich, »die Station« stammt von Lateinisch und ist ein verwandt mit »stehen« und »stand.« Seine Pluralform ist ganz typisch und unterschiedlich als die andere: »die Stationen.«

Infolge dieses Studiums werden unsere Gruppenteilnehmer diese Wörter nicht mehr verwechseln!

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A crackin’ good evening

Today I was at a Stammtisch whose reason for being is speaking English. You may remember Stamm  (in the form of der Stammbaum) from the post Are We Related? Noticing the similarity between these two words, der Stammbaum and der Stammtisch, led me to poke around on dict.cc because “trunk table” didn’t really feel like a good match for der Stammtisch. And indeed, Stamm not only has the meaning “stem” or “trunk” but also is a prefix with the meaning “regular.”  This made me rather curious about the root of der Stammbaum, could it be a combination of “regular” and “tree?” To check on this, I thought I’d look at another volume in the Duden series, namely Duden 7 Das Herkunftswörterbuch which is subtitled Etymologie der deutschen Sprache.

Let’s unpack that title a bit before checking up on der Stammbaum. As I dissected die Herkunft, it appeared that •Kunft is not a word on its own, however it does appear in a number of words that gave me another set of insights into the way compounding can work in German:

Ankunft – “arrival”
Zukunft – “future”
Abkunft – “descent” or “parentage”
Auskunft – “information”
Heimkunft – “homecoming”
Unterkunft – “accommodation” in the sense of shelter
Herabkunft– “descent of the Holy Spirit”

It seems that there are quite a few meanings for die Herkunft: “origin” or “source” or “provenance” or “descent” or “ancestry” and “background” (as in “ethic background,” for instance).  Her gets translated by dict.cc as “fro,” which tends only to appear in English in the phrase “to and fro” – hin und her.  (In the lovely synchronicity that is writing and research, I came across the verb herstammen whose meaning is given as “to originate” or with von “to hail from” or “to spring from.”)

It would seem that der Stammbaum springs from Isaiah (Jesaja), 11:1 as a translation of a word from Middle Latin (mittellateinisch): arbor consanguinitatis, Wurzel Jesse. 

A shoot will come up from the stump of Jesse;
from his roots a Branch will bear fruit. – New International Version

This left me unsatisfied but fairly certain that the “stem” or “trunk” were more likely than “regular” to be the basis for the der Stammbaum compound . Duden 7 didn’t offer an entry for Stammtisch, however. Ever persistent, I kept looking and learned that there is an English word that supposedly means Stammtisch and that word is…”cracker-barrel.” Yes, dict.cc tells me that “cracker-barrel” is a translation of (der) Stammtisch!  The other meaning given is the “regulars’ table” which fits with the meaning of Stamm as a prefix described above and the regular meetings that any self-respecting Stammtisch will have. Having a bit of trouble seeing what was in common between your average Crackerbarrel restaurant and your average German Stammtisch, I did a search for the origins of “cracker-barrel.” The online Merriam-Webster entry me helped to see why the restaurant name might have been chosen: “Origin of the word cracker-barrel – from the cracker barrel in country stores around which customers lounged for informal conversation.”

Perhaps a box of saltines is in order to honor this connection at my next Stammtisch outing?

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